NOVEMBER.LEUCHTEN
Der wein.klang Herbst steht unter dem Motto „november.leuchten“ und findet im klang.haus Untergreith am 19.11.2011, um 17 Uhr, statt.
Präsentiert werden im klang.haus intermediale Konzerte und Performances, die das Zusammenspiel von Ton, Video und Licht zum Thema haben.
Suonombra, Tonschatten von Zahra Mani (Bassgitarre und Elektronik) betont Resonanzen und Overtones in der Musik. Diese Resonanzen nimmt die Komponistin als Tonschatten wahr, die im Mittelpunkt der Komposition stehen. Sie bedürfen stets konkreter Klangerzeugung für ihr Entstehen, leben aber in einer differenzierten Vielschichtigkeit auf und schweben phantomhaft ineinander. Diese Schwingungen sind ständig vibrierende Frequenzen - Reflektionen und Erinnerungen.
Project M, von Mia Zabelka (E-Violine, Stimme, Elektronik) und Mia Makela (Visuals) konzentriert sich auf experimentelle Improvisationstechniken für Stimme und Geige, die durch einen Prozess, den Mia Zabelka "automatic playing" nennt, entwickelt werden. Mit Hilfe von Elektronik, die das elektro-akustische Klangspektrum erweitert, werden die Beziehungen zwischen Körper, Gestik, Klang, Maschinen und Raum erkundet. Die Visuals von Mia Makela, die auf die Audiodaten von Zabelkas Musik reagieren, ermöglichen eine synästhetische Erfahrung und eine wahrlich audivisuelle Performance. „M“ steht für Mensch, Maschine und Musik, aber auch für den „Ur-Laut“ des Menschen, aus dem Musik und Sprache entstanden ist.
Der aus Portugal stammende, derzeit in Laibach lebende Harfenist Eduardo Raon präsentiert erstmals in Österreich sein neues audiovisuelles Konzert "The Drive For Impulsive Actions" für Harfe, Daxophone, Elektronik und Video. Insektenverhalten zuzuschauen gehört zum Zeitvertreib fast jeden Kindes. Wie sehr teilen wir aber die scheinbar unreflektierten und zufälligen Verhaltensmuster von Insekten? Lachen, Gähnen, Bewegen, Kämpfen sind Komponenten des menschlichen Repertoires an ansteckenden Verhaltensmustern. Die Live-Performance von Eduardo Raon setzt sich mit menschlichen und tierischen impulsiven Akten auseinandersetzt; mit sozial ansteckenden unwillkürlichen Gestiken und halbbewussten oralen Klängen.

Zum Abschluß des Abends kommt es traditionsgemäß zu einem Zusammenspiel der beteiligten Künstler im Rahmen der One.Night.Band.
Kulinarische Köstlichkeiten werden von dem Restaurant „Zur Hube“ aufgetischt.
wein.klang Sommer
Die Veranstaltun wein.klang Sommer steht unter dem Motto „Silent Summer“ und findet am 30.Juli 2011, um 17.00h, im Klang.Haus Untergreith statt. Leise Klänge, von den geladenen Musikern produziert, werden sich mit den vor dem Klang.haus vorhandenden Naturklängen mischen und ein zum intensiven Zuhören und Wahrnehmen inspirierendes Klangambiente schaffen.
Der junge österreichische Klang- und Medienkünstler Thomas Wagensommerer beschäftigt sich seit Jahren mit einer abstrakten audiovisuellen Virtualität/ Realität. Er wird für „wein.klang Sommer“ eine Realtime-Computer-Performance entwickeln, die mit Farben und Klängen in nicht-dynamischer Form experimentiert.
Der in Wien geborene Musiker und Komponist Werner Kodytek hat alte japanische zeremonielle Gagakumusik und Shomyogesang in Kyoto studiert und lange Jahre als buddhistischer Mönch in Ostasien gelebt. Er ist auch Mitglied des „european expermental composer orchester“ und hat diverse Musiken für Filme, Tanztheater und CD-Produktionen geschrieben.
Im Rahmen von Wein.Klang Sommer wird er vier Stücke auf koreanischen Wölbbrettzithern, Gagaku Blasinstrumenten und Fujara zum Besten geben. Werner Kodytek selbst schreibt über seine Musik „Zwischen den Gattungen liegend und soweit es mir möglich ist unaufgeregt. Ostasiatische Klangspiritualität, freigelassen zur direkten Übertragung der Laut- und Leisepaarung. Solistische Einspitzigkeit zeitigt Muster einstürzender Temeplbauten. Im steten Bemühen das beunruhigende Geheimnis der Ungeteiltheit aller Dinge zum Ausdruck bringen.“
Die Hausherrin Mia Zabelka konzentriert sich in ihrem neuen Solo „M“ auf experimentelle Improvisationstechniken mit Stimme und Violine, die durch einen Prozess, den sie „automatic playing“ nennt, entwickelt werden. Mit Hilfe von Live-Elektronik, die das elektroakustische Klangspektrum erweitert, werden die Beziehungen zwichen Körper, Gestik, Klang, Maschinen und Raum erkundet. Dadurch werden musikalische Bilderwelten in einem kontinuierlichen Prozess des Experimentierens und körperlicher Unmittelbarkeit geschaffen. „M“ steht einerseits in der Ethnologie für den Begriff „Wasser“ und andererseits für den „Ur-laut“ des Menschen, aus dem sich Sprachen gebildet und entwickelt haben.
Gemeinsam werden Werner Kodytek und Mia Zabelka erstmals im Duo live auftreten und im spontanen Zusammenspiel unterschiedliche Improvisationen entwickeln.
Phonart - The lost Languages of Europe
Sa, 7.Mai 2011, 17 Uhr
Zum zweiten Mal findet am 7. Mai beim wein.klang Frühling im klang.haus Untergreith um 17 Uhr ein Abend ganz im Rahmen des internationalen Netzwerkprojekt PHONART - The Lost Languages of Europe“ statt.
Vom Aussterben bedrohte Sprachen und Ausdrucksformen, sowie uralte Kreativität werden mit zeitgenössischer Kunst unter dem Motto "Modulationen" verbunden.
Der Klangkünstler WOLFGANG SEIERL wird den Abend mit seiner mobilen Klanginstallation „pin - hidden traces“ eröffnen. Mittels 12 mobiler Lautsprecher werden Fragmente der bedrohten Sprachen, die im Zuge des Projektes gesammelt und von Wolfgang Seilerl moduliert wurden, dem Publikum zugänglich gemacht. Es entsteht ein kybernetischer Klangraum, welcher die Aktivität des Publikum einbezieht, ihn durch den Garten begleitet und innehalten lässt.
Es folgt ein interaktiver Vortrag von SARA GIGANTE und STASA ARSENOVIC unter dem Titel „Who are the Aromanians?“ Die Aroumunen sind eine Roma-Minderheit aus dem Balkan, deren Sprachaufnahmen ein Teil der vorangegangen Modulation durch Wolfgang Seierl sind.
Danach interpretiert das Ensemble BATANA, das mit einem einzigartigen Einklang von Stimmen und Mandolinen eine besondere mediterrane Stimmung zeichnet, sowohl istrisch-venetioanische, als auch dalmatinische Lieder. Die „bitinade“ (Volksmusik) aus Rovinj stellen das einmalige musikalische Merkmal und ein unvergessliches Andenken der Stadt Rovinj dar.
Infolge wird die Nahe Rovinj und in Wien lebende Klangkünstlerin ZAHRA MANI mit ihrer Komposition „Sonic Traces“ eine organisch-elektronische Klanglandschaft schaffen, in der es um Erinnerung und Neudefinition gleichzeitig geht. Ihr Zugang ist dabei nicht die Konfrontation mit dem „Fremden“ sondern eine Auseinandersetzung mit der bereichernden Begegnung mit dem „Anderen“. Die Klanghaus-Leiterin und Initiatorin des Projektes „Phonart“ MIA ZABELKA, wird mit ihrer elektrischen Violine Zahra Manis Klanglandschaften improvisatorisch überzeichnen.
Eine spezielle Art des Stimmenhörens bieten WOLFGANG POLLANZ und DANIELA KOCMUT mit Gedichten aus Pollanz zweisprachigen Gedichtband „Von Reisen/O Potovanjih“ In seinen Texten entwickelt er ein Kaleidoskop von Plätzen, Orten, Ländern und erweckt die Sehnsucht das von ihm skizzierte Fremde zu erspüren, denn „die wahrscheinlich wichtigste Reise führt in die Sprache“ (Helmuth Schönauer, Lesen in Tirol) In ihrer simultanen Leseperformance präsentieren sie die Texte simultan auf deutsch und slowenisch.
Die interaktive Klanginstallation „Other sutdies. Unzeitgemäß“ wird als tschechischer Beitrag von GIVAN BELA und MARTIN JANICEK gestaltet, welche sich mit der serbischen Minderheitensprache den „Lausitizern“ künstlerisch auseinandersetzt.
"Höhepunkt des Abends bildet Roma-Gitarrist HARRI STOIKA in Begleitung von CLAUDIUS JELINEK.

(Copyright: Michael Sinn)
Darauffolgend wird es zu einem freien Zusammenspiel mit einigen der beteiligten Musikern des Abends im Rahmen der "ONE NIGHT BAND" kommen.
Anschliessend darf zu Musik aus dem Balkan getanzt werden. Zusätzlich begleitet durch den Abend die steirische Akkordeonistin ELFRIEDE FISCHL.
Neben dem Klanggenuss werden von „ZUR HUBE“ Köstlichkeiten aus der Steiermark und dem Balkan aufgetischt."

wein.klang Winter
klang.raum.gedächtnis
15. Januar 2011, 17 Uhr
Der wein.klang Winter am Samstag, den 15. Jänner 2011, 17 Uhr steht ganz unter dem Motto „klang.raum.gedächtnis“. Alte Instrumente werden neu interpretiert, der Klang im Raum und der Raum selbst stehen dabei im Zentrum der Performances.
Einleitend präsentieren Otger Kunert und Karolin Heflin ihre ortsbezogene Klangaktion „Scanning“. Für das Video- und Geräuschekonzert mit und im klang.haus, wurden einzig nur Gegenstände des Hauses als gestalterische Basis herangezogen. Daraus entstand eine akustische und visuelle Spiegelung und Fokussierung des klang.haus, in Form eines bimedialen Konzertes. Anschließend performen die Gastgeberin Mia Zabelka und Franz Hauzinger, beide international dafür bekannt aus ihren Ursprungsinstrumenten (Violine und Trompete) völlig neue Klänge hervorzuholen. Sie kreieren gemeinsam einen lyrischen Dialog, welchem ein gleitender, musikalischer Austausch folgt. Ihre Performance basiert auf Kompositionen, welche Raum für spontane Interaktionen lässt. Auf einander reagierend, entfaltet sich ein Prozess, welcher mit Stille und Sound als sich einander bedingende Gegebenheit spielt.
Ein weiteres Highlight des Abends bietet der in Wien lebende Tiroler Komponist und Fagottist Christoph Dienz mit der Neuentdeckung eines alten Instrumentes: der Zither. Mit „Dienz zithered“ schreitet er mit neuen Spieltechniken in eine neue musikalische Dimension und entlockt dem Instrument ungeahnte Sounds.
Zum Ausklang wird der Abend wie immer durch ein „all together“ der „one.night.band“ gebracht. Neben dem Klanggenuss werden im klang.haus kulinarische Köstlichkeiten aus der Region aufgetischt. Nähere Informationen unter 0664/ 38 82 699 und www.klang-haus.at.
